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Die EU ist so schlecht gar nicht dran!

Unmittelbar nach dem Brexit riefen alle Berufenen und sich selbst Berufenden auf nationaler und internationaler Ebene laut „Alarm“ und malten die schlimmsten Befürchtungen vor allem hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der EU an die Wand, womit sie den Eindruck erweckten, wir lebten auf einem Kontinent, auf dem überall blanke Not und größtes Elend herrschten. Am lautesten und mit den weitgehendsten Forderungen meldete sich die Fraktionsvorsitzende der Linken, Sarah Wagenknecht, zu Wort. Unter den Forderungen nach einem „Ende des Spardiktats“, einem „sozialen Neustart“ und einem „massiven Anti-Krisen-Programm“ machte sie es mal wieder nicht. Da mag dann doch vielleicht ein sachlich-nüchterner Blick auf die Fakten helfen, zu dem wir Deutschen wohl am besten in der Lage zu sein scheinen, denn allem Anschein nach hat uns der Brexit - so Ulf Poschardt in der WELT am 9.Juli – „europäischer gemacht, anstatt mit Anti-Brüssel-Ressentiments zu flirten. Laut aktuellen Umfrage...

Der Populismus-Vorwurf ist oft selbst „populistisch“

In diesen Monaten und Tagen ist viel von Populisten und Populismus die Rede. Trump, Le Pen, einige Vertreterinnen und Vertreter der AfD und hin und wieder durchaus auch Martin Schulz stehen geradezu beispielhaft dafür; auch Frau Merkels Attacke gegen US-Präsident Trump war nicht gänzlich frei von „Populismus“. Ganz offen: Kaum ein Politiker ist völlig frei von „wenigstens ab und zu „populistisch“ aufzutreten“; zumal in Zeiten von Wahlkämpfen. Grund genug – und vor allem sehr lohnend! – mal wieder „große Altmeister“ wie z. B. Sir Ralf Dahrendorf (1929-2009), Soziologe, Politiker, Publizist und Mitglied des britischen House of Lords, zu lesen. Dahrendorf setzte gleich einmal einen sehr nachdenkenswerten Punkt, als er feststellte: „Die Schwierigkeit beginnt schon mit dem Begriff Populismus. Er besagt, dass der Rekurs auf das Volk nicht in Ordnung ist. Jedenfalls ist Populismus ein abwertender Begriff. Aber ist nicht das Volk der Souverän, der daher die Demokratie legitimiert? Der V...