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Wir brauchen eine schwarz-rot-gold Karte!

Die neuesten Zahlen des „Internationalen Migrationsausblickes“ der OECD zu den Migrantenbewegungen belegen seit längerem, dass Deutschland weltweit ein beliebtes Land ist, und dass sich das „German Jobwunder“ herumgesprochen hat: Die Einwanderungszahlen nehmen kontinuierlich zu: In Deutschland war der Anstieg der Einwandererzahlen so hoch wie in kaum einem anderen Land. Knapp 300 000 kamen 2012, 68 000 mehr als 2010. Nun wird es wieder welche geben, die meinen, dass dies doch jetzt reiche. Stimmt aber nicht: Deutschland hat im Vergleich zu den anderen OECD-Staaten noch Nachholbedarf: Gemessen an der Gesamtbevölkerung liegt die Neuzuwanderung nach Deutschland mit knapp 0,4 Prozent trotz des Anstiegs noch immer unter dem OECD-Durchschnitt von 0,6 Prozent. Erfreulich ist für Deutschland aber die Tatsache, dass die zu uns Einwandernden immer besser qualifiziert sind, was gut für unsere Firmen ist, und gut ist auch: sie füllen unsere Sozialkassen, da sie mehr in diese einbezahlen als sie...

Deutschland ist weltweit attraktiv!

Am Ende bzw. zu Beginn eines Jahres blickt man gerne zurück in das vergangene Jahr und zieht einwenig Bilanz: War es gut oder weniger gut, war es vielleicht sogar sehr gut? Und wenn wir zurückblicken auf 2012, so gibt es in einem ganz wichtigen Punkt Grund zu mehr als nur zur Zufriedenheit: Im Jahr 2012 hat Deutschland weltweit eine seit Beginn der 90er Jahre nicht mehr erlebte Anziehungskraft auf gut ausgebildete Arbeitskräfte ausgeübt und sich geradezu als ein Zuwanderungsmagnet erwiesen: Obwohl ca. 40 000 junge gut ausgebildete Türken Deutschland in Richtung ihrer Heimat den Rücken kehrten, konnte Deutschland eine hohe Nettozuwanderung verzeichnen, die uns wegen des demografischen Wandels mit immer weniger jungen Menschen und damit immer weniger „Arbeitskräftenachwuchs“ für unsere erfolgreichen und expandierenden Unternehmen mehr als nur gut tut. Und ganz besonders erfreulich ist dabei die Tatsache, dass bei dieser Nettozuwanderung alle Vorurteile widerlegt wurden: Die Zuwand...

Alarmierendes Nord-Süd-Gefälle zulasten der Jugend

EU-Sozialkommissar Laszlo Andor hat Anfang Januar den Sozial- und Beschäftigungsbericht für die Europäische Union vorgelegt – und dieser fiel erschreckend, ja geradezu dramatisch aus: Die EU zerfällt zunehmend in einen immer ärmer werdenden Süden mit Rekordarbeitslosenzahlen und einen vergleichsweise vermögenden Norden mit Regionen, in denen Vollbeschäftigung herrscht. Die Schere geht seit fünf Jahren immer weiter auseinander: Noch vor wenigen Jahren lag die Arbeitslosenquotendifferenz zwischen dem Norden und dem Süden bei 3,5 Punkten. Heute beträgt die Kluft 7,5 Prozentpunkte. In den kriselnden Südländern Griechenland, Spanien und Portugal sind fast 20 Prozent ohne Beschäftigung, im Norden, in Deutschland, Österreich und den Niederlanden, sind es ca. 5,5 %. Das kann aber auch den Norden nicht beruhigen, denn noch nie in den vergangenen 20 Jahren waren in der EU so viele Menschen arbeitslos: 11,8 Prozent sind nicht nur ein Alarmsignal, sondern stellen eine dringende Notwendigkeit ...

Und jetzt endlich: Afrika!

Seit Jahren steht China in allen wirtschaftspolitischen Betrachtungen als die „kommende Welt- und Wirtschaftsmacht Nummer 1“ im Mittelpunkt, werden seine Wachstumsraten teils bewundernd teils besorgt betrachtet, gilt nur noch China als Maßstab im Wettbewerb, etwa, wenn es darum geht, ob Deutschland oder eben China Exportweltmeister ist.  Hin und wieder lenkt eine Studie den Blick auch auf die weiteren „BRIC-Staaten“, also neben China auch auf Brasilien, Russland und Indien, und liegt damit natürlich richtig.Erst allmählich, aber teilweise dann durchaus schon mit Macht, rückt ein bisher – vor allem leider auch von Deutschland – vernachlässigter Kontinent in den Blickpunkt der westlichen Länder und ihrer Wirtschaftslenker: Afrika! Das „Handelsblatt“ rückte Afrika im Sommer 2012 in eine Reihe der „neuen Wachstumsstaaten“, und das amerikanische „TIME“- Magazin widmete Mitte Dezember 2012 sein Titelblatt dem „schwarzen Kontinent“ mit der Headline: „Africa Rising“ – und beschrieb Afr...

Harte Zeiten für Ein-Mann-Betriebe

„Machen Sie sich selbständig!“ So lautet oft die Aufforderung von Politik und Verbänden. „Werden Sie Ihr eigener Chef!“ So hört man die Lockrufe von Kammern und Mittelstands-Organisationen. Diese Rufe sind in den letzten zehn Jahren mehr und öfter erhört worden als jemals zuvor: Nach einer Mitte Februar vorgelegten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erhöhte sich die Zahl der Ein-Mann-Betriebe in Deutschland vom Jahr 2000 bis 2011 um mehr als 40 Prozent: Von 1 832 000 auf ca. 2 600 000. Dieser Sprung in die Selbständigkeit hat zwar viele gute Seiten und durchaus auch Vorteile, aber für viele „Betroffene“ auch einige Enttäuschungen mit sich gebracht: Denn dieser Sprung in die Selbständigkeit hat nicht automatisch ein höheres Einkommen und eine sicherere Zukunft mit sich gebracht, sondern häufig das glatte Gegenteil: Laut der zitierten Studie sind die 2,6 Millionen Selbständigen besser qualifiziert als die Gesamtheit der Erwerbstätigen, aber nicht besser v...

Die „familienbezogenen Leistungen“ müssen zielgenauer werden!

In diesem Herbst haben einige Meldungen im Zusammenhang mit der Familienpolitik der Bunderegierung aufhorchen lassen: Das Familienministerium hat eine Liste mit den 160 ehe- und familienbezogenen Maßnahmen vorgelegt, für die im Jahr 2009 insgesamt die stolze Summe von 195 Milliarden Euro aufgewendet wurden. Die OECD hat mitgeteilt, dass Deutschland mehr Geld für jedes Kind ausgibt als die meisten anderen Staaten.Beide Meldungen mag man begrüßen, wenn denn nur die Ziele der doch sehr teuren Ehe-, Kinder- und Familienpolitik erreicht würden.Genau diese Ziele – mehr Kinder, bessere Bildung für diese, mehr Ehen und kinderreiche Familien – werden jedoch seit Jahrzehnten verfehlt: Deutschland ist das einzige Land, das sein niedriges Geburtenniveau – keine 1,4 Kinder je Frau – seit fast vierzig Jahren hält; trotz ständig steigender Ausgaben für Familie und Kinder. Deutschland ist auch dadurch zum ältesten Volk in der EU und nach Japan zum zweitältesten weltweit geworden.Kosten und Nutzen...

Die Zeitung ist tot! Es lebe die Zeitung, denn Zeitung ist Heimat!

Für leidenschaftliche Zeitungsleser und erst recht natürlich für die Macher dieser wunderbaren gedruckten Medien waren die letzten Wochen schmerzhaft: Mit der „Frankfurter Rundschau“ und der „Financial Times Deutschland“ sind innerhalb kurzer Zeit gleich zwei Renommierblätter vom Markt verschwunden. Und besonders schmerzlich: Sie waren die Spitze eines Eisbergs, die prominenten Vertreter einer Gattung, die in den letzten zehn Jahren enorme Verluste zu verzeichnen hatte: Dutzende Lokalblätter sind mehr oder weniger lautlos vom Markt verschwunden. Wenn diese Hiobsbotschaften etwas Symbolhaftes haben, dann als Weckruf an die Medienbranche, dass es nicht zu spät ist; und sie reagiert: Chefredakteur Gabor Steingart vom „Handelsblatt“ macht „drei unbequeme Wahrheiten“ für den Niedergang verantwortlich: Die Verleger haben die Kraft des Internets unterschätzt, als sie sich entschlossen, „die Waren Information und Analyse im Internet gratis feilzubieten – ein Jahrhundertirrtum“. Die Fo...