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Viele - zu viele! - Unzufriedene mit der Demokratie

Ein Forscherteam der Freien Universität Berlin unter der Leitung von Professor Klaus Schroeder hat in diesen Tagen eine empirische Studie zum Linksextremismus vorgelegt, die von der Bundesregierung im Rahmen des Projektes „Initiative Demokratie stärken“ gefördert wurde. Auf 650 Seiten versuchen die Autoren, prägende „Gesellschafts- und Menschenbilder der linksextremen Szene“ herauszuarbeiten und zu untersuchen, wie hoch die Akzeptanz dieser Einstellungen im Rest der Bevölkerung ist. Dazu sind repräsentativ mehr als 1 360 Bürgerinnen und Bürger befragt worden. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Studie sind beeindruckend und Besorgnis erregend zugleich; der Reihe nach: Das „linksextremistische Personenpotential“ liegt der Studie zufolge bei stolzen 17 Prozent der Bevölkerung, 14 Prozent im Westen und 28 Prozent im Osten. Diese Gruppe lehnt die wirtschaftliche und politische Ordnung der Bundesrepublik ziemlich deutlich ab. Besonders gravierend: Die Demokratie in Deutschland fin...

Deutschland befindet sich in einem gefährlichen Zufriedenheitsschlaf

Draghi wirft Billionen auf den Markt, die Schweiz überrascht mit der Aufgabe des festgezurrten Wechselkurses zum Euro, Griechenland hat gewählt, Davos ist ebenso vorüber wie das Gipfeltreffen der Weltmarktführer, aber eines blieb und bleibt gleich: Der deutsche Zufriedenheitsschlaf. Dieser ist so tief und fest, dass nichts dazu angetan scheint, die Deutschen aus ihrer (Selbst-) Zufriedenheit und aus ihrem Tiefschlaf aufzurütteln. Fast hat man den Eindruck: Im Gegenteil. Ob dies eine Folge des Ausblendens von offensichtlichen Risiken oder der mittlerweile nahezu schon provozierend zur Schau gestellten Satt- und Trägheit ist, ist egal; nicht egal aber ist, dass dieser Zufriedenheitsschlaf zunehmend gefährlich wird: Vor allem für die Schlafenden. Natürlich stimmen niedrige Energiepreise, historisch niedrige Zinsen, niedriger Euro-Kurs gegenüber dem Dollar und auch die historisch hohe Beschäftigungsquote in Deutschland optimistisch. Hinzu kommen Anerkennung und Lob von außen. Aber...

Industrie 4.0 bietet baden-württembergischer Wirtschaft neue Chancen

„Industrie 4.0“ ist in aller Munde, wird mit vielen Chancen, wie alles Neue aber auch wieder mit Risiken verbunden, bietet aber gerade unserem Land mehr Chancen als anderen Ländern; was aber verbirgt sich hinter dem Begriff „Industrie 4.0“? Da ist zunächst einmal festzustellen, dass es (noch) keine einheitliche Definition von „Industrie 4.0“ gibt. Die sowohl verständlichste als auch am klarsten nachvollziehbare Erklärung lieferte dieser Tage Manfred Wittenstein, der langjährige Chef der Wittenstein AG, die er zu einem Weltmarktführer bei intelligenten mechatronischen Antriebssystemen aufbaute: „Im Kern geht es bei „Industrie 4.0“ um die Verschmelzung von Internettechnologie und Produktionstechnologie“. Damit einher gehen enorme Veränderungen, die eine Menge an Vorteilen mit sich bringen: Werkzeuge und Maschinenteile melden künftig „selbständig“, wann sie gewartet oder ausgetauscht werden müssen. Hinzu kommt die „Rückverfolgbarkeit“ von Produkten im Produktionsprozess. Effizien...

Der Osten holt auf – das Ruhrgebiet fällt zurück: Leipzig spitze, Oberhausen Schlusslicht

Donnerwetter: Was die WirtschaftsWoche und Immobilienscout24 in ihrem diesjährigen gemeinsam erforschten Städteranking als Ergebnis vorstellten, ist überraschend, beeindruckend, ermutigend und alarmierend zugleich: Leipzig liegt weit vorne, Erfurt holt mächtig auf, unter den „schlechtesten Großstädten ist keine mehr aus dem Osten zu finden“, aber „der Niedergang des Ruhrgebiets ist scheinbar nicht mehr aufzuhalten“. Der Reihe nach: Leipzig gehört zu den dynamischsten Großstädten Deutschlands. Erfurt und Dresden landeten ebenfalls in der Spitzengruppe. Leipzig punktet vor allem mit Ansiedlungen von Porsche, BMW und Siemens, sowie den Logistikstandorten von Amazon, Ebay und DHL. Diese attraktiven Arbeitgeber haben junge, gut ausgebildete Menschen angezogen, den Immobilienmarkt attraktiviert, die Infrastruktur spürbar verbessert und in Summe dazu geführt, dass Leipzig als dynamischster Standort in Ostdeutschland auch schon „Hypezig“ genannt wird. Eine tolle Entwicklung für die Stadt,...

Auch 25 Jahre nach dem Fall der Mauer bleiben Freiheit und Demokratie herausgefordert

Die ausgesprochen gelungenen und teilweise berechtigterweise ja auch geradezu euphorischen Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls vom zweiten November-Wochenende sind verklungen. Nun hat uns der Alltag hat wieder – und von der Euphorie von „vor kurzem noch“ ist so wenig geblieben wie von der Euphorie des „Aufbruchs in die Freiheit“ vor 25 Jahren, als die Mauer im November 1989 gefallen war. Fast ist man dazu verleitet, zu sagen: Im Gegenteil. Denn es sieht aktuell eher so aus, als ob die uns bekannte und von den Bürgerrechtlern der damaligen DDR erkämpften Werte Freiheit und Demokratie auch für den Osten unseres Vaterlandes insgesamt in die Defensive geraten sind und weltweit an Anziehungskraft verlieren. Richard Herzinger dazu am 9. November 2014 in der WELT: „War damals die Erwartung weit verbreitet, universale Prinzipien wie Menschenrechte und Pluralismus würden sich unaufhaltsam durchsetzen und es könnte eine auf ihnen basierende Weltordnung entstehen, so erle...

Auf „Frühsommer-Hoch“ folgt in der Wirtschaft „trübe Herbststimmung“.

Mag das Wetter durchaus Anflüge eines „goldenen Oktobers“ haben, und mögen auch die letzten  Konjunkturdaten vom Sommer ein „Hoch“ verzeichnet haben – die Stimmung in der Wirtschaft hat sich gedreht und sieht nun eher „herbstlich-trübe“ aus: Nachdem der Ifo-Index im September zum fünften Mal in Folge gefallen ist, ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft so schlecht wie lange nicht. Dabei ist es gerade einmal ein Quartal her, dass im Juli die deutsche Ausfuhrwirtschaft erstmals die 100-Milliarden-Euro-Marke beim Umsatz geknackt hatte. Nach Einschätzung vieler Experten und Chefs von mittelständischen und großen Unternehmen war dies jedoch nur „ein Zwischenhoch von kurzer Dauer“. Die weit verbreitete Meinung ist: Der deutschen Wirtschaft steht angesichts zahlreicher internationaler Krisenherde ein „trüber Herbst“ bevor. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel überraschend deutlich um 1,6 auf 104,7 Punkte. Der VDMA, Verband der Maschinenbauer, hat seine Konjunkturprognose gekappt. S...

20 Jahre EU-Binnenmarkt: Deutschland größter Gewinner der europäischen Integration

Der offiziell seit dem 1. Januar 1993 bestehende europäische Binnenmarkt hat nach einer jetzt veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung zu „20 Jahre Binnenmarkt - Wachstumseffekte der zunehmenden europäischen Integration“ - allen beteiligten Ländern messbare Vorteile gebracht; am meisten haben Deutschland und Dänemark profitiert. Das reale Bruttoinlandsprodukt ist in Deutschland in jedem Jahr um durchschnittlich 37 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem jährlichen Einkommensgewinn von 450 Euro pro Einwohner. Lediglich Dänemark hat einen noch höheren Integrationsgewinn zu verzeichnen: Dort kam jeder Einwohner sogar auf runde 500 Euro. Der Binnenmarkt spielt für das Zusammenwachsen Europas die zentrale Rolle. Sein Fundament ist der freie Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital. Man spricht hier allgemein von den sogenannten „vier Grundfreiheiten“, die Handelshemmnisse zwischen den beteiligten Ländern abbauen und Importe deutlich preiswerter machen, wa...